Über Katholische Schulen

  • Profil und Qualität | 30.01.2017

Pionierarbeit in der Mädchen- und Frauenbildung, Dialog in den neuen deutschen Bundesländern nach der Wiedervereinigung und Schulen mit langer Ordenstradition: Das Profil Katholischer Schulen ist vielfältig und bunt. Ihre Attraktivität ist mit rund 360.000 Schülerinnen und Schülern in Deutschland ungebrochen - und ihr Angebot wird weit über christliche Elternhäuser hinaus geschätzt. Hier sind einige Informationen zusammengestellt.

Katholische Schulen in freier Trägerschaft

Grundsäzlich steht das gesamte Schulwesen in Deutschland unter der Aufsicht des Staates. Allerdings räumt das Grundgesetzt in Art. 7 Abs. 4 freien Trägern das "Recht zur Errichtung von privaten Schulen" ein. Auf dieser Grundlage sind derzeit rund zehn Prozent der Schulen in Deutschland sogenannte "Schulen in freier Trägerschaft". Diese Schulen haben in der Regel den Status von "Ersatzschulen", das heißt sie nehmen die gleichen Aufgaben wie staatliche Schulen wahr. Ersatzschulen sind gegenüber staatlichen Schulen gleichwertig, aber nicht gleichartig. Katholische Schulen bilden die größte Gruppe unter den Schulen in freier Trägerschaft.

 

Einige Zahlen

 

Schulart                                      

Anzahl

Schulen

Anzahl

Schüler/innen

Anzahl

Lehrer/innen

I. Allgemeinbildende Schulen

689

310.352

28.132

Grundschule 83 21.453 1.546
Hauptschule 12 2.025 195
Schulart mit mehreren Bildungsgängen 34 17.807 1.527
Realschule 141 69.005 4.835
Gymnasium 217 166.161 13.939
Gesamtschule 12 10.352 806
Förderschule 162 20.028 4.828
Abendschule / Kolleg 24 3.145 420
Krankenhausschule 4 376 36

II. Berufsbildende Schulen

215

49.154

5.009

Berufs-/Berufsfachschule/FOS/Fachgymn. 152 38.384 3.715
Fachschule/Fachakademie 63 10.806 1.294
       

Gesamt

904

359.506

33.141

Stand: Schuljahr 2015/2016

 

 

Träger

Die Katholischen Schulen in Deutschland befinden sich in der Trägerschaft von rund 290 unterschiedlichen Schulträgern. Die größten unter ihnen  sind die Diözesen und die kirchlichen Schulstiftungen bzw. Schulwerke. Von hoher Bedeutung ist darüber hinaus eine große Vielzahl von katholischen Ordensgemeinschaften, die - teilweise schon mit einer Tradition über mehrere Jahrhunderte - Schulen betreiben und das spezifische Profil Katholischer Schulen bis heute nachhaltig prägen. Hinzu kommen als Träger Gemeindeverbände, Caritasverbände, Elterninitiativen und andere. Die Finanzierung der Katholischen Schulen in freier Trägerschaft erfolgt vor allem aus drei Quellen, die je nach Bundesland in unterschiedlichem Anteilsverhältnis zueinander stehen. Den größten Anteil bilden staatliche Mittel. Dazu kommen Eigenmittel der Träger und Spenden (bzw. je nach Bundesland auch Schulgeld) der Eltern.

 

Profil

Katholische Schulen sind sehr unterschiedlich und die Konzepte und Profile der einzelnen Schulen unterscheiden sich erheblich voneinander. Dennoch gibt es einige grundlegende Eckpunkte, die zum Selbstverständnis Katholischer Schulen gehören und ihnen eine spezifische Prägung geben:

 

  1. Katholische Schulen stehen für eine Erziehung und Bildung um des Menschen willen und grenzen sich gegen ein funktionalistisches Bildungsverständnis ab.
  2. Katholische Schulen regen zur Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen an und bieten Raum zur Begegnung mit Gott.
  3. Katholische Schulen sind Orte der Kirche und haben teil an ihrer pastoralen Sendung.
  4. Katholische Schulen befähigen die Schülerinnen und Schüler zu ethischer Reflexion und ermutigen sie zur Entwicklung einer werteorientierten Haltung und zu verantwortlicher Weltgestaltung.
  5. Katholische Schulen leisten einen Beitrag zu mehr Teilhabe und Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
  6. Katholische Schulen sind Orte des Dialogs und der menschlichen Gemeinschaft in Vielfalt.
  7. Mit ihren Katholischen Schulen nimmt die Kirche ihre Erziehungs- und Bildungsverantwortung im Rahmen der von der Verfassung gewollten Vielfalt des Schulangebotes wahr.

 

Link zum Dokument: Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft