Musik, Kunst und ein Öko-Krimi

  • Schule und Pastoral | 16.05.2018

Auf dem 101. Katholikentag in Münster präsentierte sich die Kirche bunt, vielfältig und politisch. Neben Verbänden, Diözesen und Hilfswerken waren auch die Katholischen Schulen des Bistums Münster bei dem Kirchenfest vertreten. Zahlreiche Schulgebäude wurden als Unterkünfte und Veranstaltungsorte genutzt. Aber auch die Angebote der Schüler, Lehrer und Eltern konnte sich sehen lassen. Das Programm umfasste Konzerte, Ausstellungen, Cafés, Kinderbetreuung und Aktionsangebote.

 

Musical über Ministranten-Patron

Die große Konzerthalle des „Jovel“ in Münster war am zweiten Tag des Christenfestes in Münster voll besetzt. Das bunt gemischte Publikum machte es sich auf den zahlreichen Stühlen im Innenraum und auf den Hockern an der Bar gemütlich. Sobald das Licht abnahm, wurde es ruhig in der Halle. Aber nur für einen kurzen Moment, denn dann begann der Chor zu singen und die Bühne wurde in buntem Licht angestrahlt. In dem Legendical „Nichts ist größer“ erzählte der Projektchor des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Münster-Hiltrup am Donnerstag des Katholikentages die Geschichte von Tarcisius, dem Ministranten-Patron.

Die rund 50 Sängerinnen und Sänger, darunter Schüler, Lehrer und Eltern, hatten sich seit Anfang des Jahres mit zahlreichen Proben auf die Aufführung im Rahmen des 101. Katholikentags in Münster vorbereitet. Die 15 Texte und Melodien des „Legendicals“ – übrigens eine Wortneuschöpfung aus „Legende“ und „Musical“ – stammen aus der Feder von Pater Norbert M. Becker. Der Geistliche gehört den Hiltruper Herz-Jesu-Missionaren an und war bis 2000 Schulseelsorger an dem bischöflichen Gymnasium. „Sei gesegnet, Tarcisius“ sangen die Chormitglieder, als der junge Tarcisius den Märtyrer-Tod stirbt. Das Musikalische Repertoire der Geschichte umfasste sowohl Balladen als auch poppige Musicalnummern und Reggeastücke. Auch das Publikum wurde immer wieder aufgefordert, mitzusingen und zu klatschen. Als am Ende tosender Applaus ertönte, war die Begeisterung des Publikums nicht zu überhören.

 

 

Friede auf Erden - Ein Musikprojekt der Schulen des Bistums Münster

Klassischer, aber ebenso musikalisch, ging es am Freitag in der St. Lambertikirche zu. Rund 220 Schülerinnen und Schüler von 14 bischöflichen Schulen musizierten gemeinsam für den Frieden. „Komponisten aller Zeiten haben sich mit ihrer flehentlichen Bitte nach Frieden an Gott gewandt“, führte Clemens Lübbers als Leiter der Abteilung Schulpastoral im Bistum Münster in das Thema des Konzertes ein. Und ergänzte: „Ich bin der festen Überzeugung, dass in uns allen die Sehnsucht nach Frieden steckt.“ Vor vollen Kirchenbänken sangen und spielten der Chor und das Orchester unter anderem Stücke von Felix Mendelssohn, Georg Friedrich Händel und Karl Jenkins.

 

 

Neben der musikalischen Darbietung inszenierte der Theaterkurs des St. Pius-Gymnasiums in Coesfeld Texte, die der Literaturkurs verfasst hatte und vortrug. Die musikalische und literarische Darbietung belohnte das Publikum mit ausgiebigem Applaus. Im Rahmen der Vorbereitung hatten die 220 Schüler und ihre 11 betreuenden Lehrerinnen und Lehrer ein gemeinsames Probenwochenende verbracht.

Escape-Room: Öko-Krimi um Hallig Hooge

In den Räumen der Adolph-Kolping-Schule wartete ein ganz besonderes Abenteuer auf die Katholikentagsbesucher. Wer sich in den Escape-Room der Schülerinnen und Schüler der Bischöflichen Marienschule in Dülmen traute, steckte bereits mitten in einem Öko-Krimi. Das Szenario: Hallig Hooge droht im Meer zu versinken und das muss mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems verhindert werden. Während drinnen die Gruppen rätselten, lauschten Henning Wobben und seine Kollegin Martina Habbel draußen vor verschlossener Tür den Diskussionen der Spieler via Babyfon. „Wenn die Gruppe nicht weiterkommt, können wir den einen oder anderen Hinweis geben. Es soll ja Spaß machen“, erklärt Wobben. Bisher hätten aber alle Gruppen das Rätsel geknackt.

 

 

Seit November 2017 hatten die beiden Lehrer mit einigen Zehntklässlerin im Rahmen einer freiwilligen AG an dem Konzept des Escape-Rooms gearbeitet. „Bei den Besuchern kommt unser Angebot bestens an“, freute sich Wobben. Schon am Eingang des Schulgebäudes informierte ein Schild: „Escape-Room heute leider nicht mehr möglich – voll!“.

Friedensbriefe an ein Du – Eine Installation der Schulseelsorge

Besinnlicher war dagegen das Angebot mehrerer Katholischer Schulen in den Räumen der Hildegardisschule. Dort konnten die Besucher die Installation „Friedensbriefe – Aufbruch zu einer Kultur des Friedens“ auf sich wirken lassen. Schülerinnen und Schüler an acht Berufskollegs in Trägerschaft des Bistums Münster hatten in den vergangenen Monaten ihre Hoffnungen und Wünsche für ein friedliches Miteinander aufgeschrieben. Diese Friedensbriefe hingen nun als Installation arrangiert und angestrahlt in zwei Klassenräumen.

 

 

 

„Die entstandenen Texte sind gerichtet an Gott, an ein Du, an die Gesellschaft oder auch an die Schulgemeinschaft“, erklärte Ausstellungsmacherin Klaudia Dederichs, Schulseelsorgerin an der Liebfrauenschule Coesfeld. An Fäden hängend schwebten die verfassten Friedenswünsche gewissermaßen zwischen Himmel und Erde. In einem der beiden Räume lagen Kieselsteine auf dem Boden angeordnet. „Steine sind ein Symbol der Schwere und der Härte. Sie sind ein Sinnbild für die Wüste als einen Ort der Gottesferne aber auch der Gottesnähe“, sagte Dederichs. In der Mitte der Installation hing freischwebend eine Jesus-Figur. Im Vorraum konnten die Besucher dann ihre eignen Friedenbriefe verfassen. „Wir möchten, dass die Ausstellung wächst und lebt“, erklärte die Schulseelsorgerin.

 

 

Wo spüre ich Frieden? Schülerinnen zeigen ihre Friedensorte

An welchen Orten fühle ich mich wohl? Wo kann ich zur Ruhe kommen und in Frieden sein? Mit dieser Frage hatten sich die Schülerinnen des Mariengymnasiums Münster in den vergangenen Monaten auseinandergesetzt. Die Ergebnisse waren in der Ausstellung „Friedensorte“ im Rahmen des Katholikentages in dem Foyer der Bischöflichen Mädchenschule zu sehen. Für Laura, Jil, Finnja, Johanna und Carolin ist das Theater der Stadt ein echter Friedensort. „Ob oben auf der Bühne oder unten im Zuschauerraum, im Theater gibt es für jeden etwas. Im großen dunklen Zuschauerraum fühlt man sich wohl. Ob man nun zum ersten Mal oder zum 15. Mal da ist, es ist immer wieder eine neue Erfahrung“, heißt es im Impulstext der Schülerinnen.

 

 

Eine Pause vom Katholikentags-Trubel

Wer nach so viel Kultur eine kleine Verschnaufpause brauchte, konnte sich im Café Regenbogen eine kleine Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen gönnen. Die Abschlussklasse der Marienschule verkaufte selbstgebackenes Gebäck sowie heiße und kalte Getränke. Der Erlös fließt in die Finanzierung des Abiballs.

Spezielles Angebot für Eltern

Viele Berufskollegs in kirchlicher Trägerschaft boten zudem einen Service speziell für Eltern an: Kinderbetreuung. Nach vorheriger Anmeldung kümmerten sich angehenden Erzieherinnen und Erzieher um die Zwei- bis Neunjährigen. Mit dabei waren auch Schülerinnen der Berufsbildenden Schule Marienhain in Vechta. „Unser Angebot wird super angenommen“, berichtet Betreuerin Johanna. Besonders beliebt bei den Kindern seien die Klassiker: basteln, malen, Lego. Nach dem Tag als Betreuerinnen hatten die jungen Frauen dann Zeit, selbst über den Katholikentag schlendern.

 

Text und Bilder von Maike Müller

 

Kontakt:

 

Weitere Informationen über die Katholischen Schulen in Trägerschaft des Bistums Münster finden Sie auf der Homepage der Abteilung Schule und Erziehung oder in unserem Schulfinder.