Über Katholische Schulen

Katholische Schulen in freier Trägerschaft

Grundsätzlich steht das gesamte Schulwesen in Deutschland unter der Aufsicht des Staates.  Allerdings räumt das Grundgesetz in Art. 7 Abs. 4 freien Trägern das "Recht zur Errichtung von privaten Schulen" ein. Auf dieser Grundlage sind derzeit rund sieben Prozent der Schulen in Deutschland so genannte "Schulen in freier Trägerschaft". Diese Schulen haben in der Regel den Status von "Ersatzschulen", das heißt sie nehmen die gleichen Aufgaben wie staatliche Schulen wahr. Ersatzschulen sind gegenüber staatlichen Schulen gleichwertig, aber nicht gleichartig. Katholische Schulen bilden die größte Gruppe unter den Schulen in freier Trägerschaft.

Einige Zahlen

Schulart                                       Anzahl SchulenAnzahl Schüler/innenAnzahl Lehrer/innen
I. Allgemeinbildende Schulen  689310.35228.132
Grundschule8321.4531.546
Hauptschule122.025195
Schulart mit mehreren Bildungsgängen3417.8071.527
Realschule 14169.0054.835
Gymnasium217166.16113.939
Gesamtschule1210.352806
Förderschule16220.0284.828
Abendschule/Kolleg243.145420
Krankenhausschule437636
II. Berufsbildende Schulen21549.1545.009
Berufs-/Berufsfachschule/FOS/ Fachgymn.15238.3483.715
Fachschule/Fachakademie6310.8061.294
Gesamt904359.50633.141

Stand: Schuljahr 2015/2016

Träger

Die Katholischen Schulen in Deutschland befinden sich in der Trägerschaft von rund 350 unterschiedlichen Schulträgern. Die größten unter ihnen sind die Diözesen und die kirchlichen Schulstiftungen bzw. Schulwerke. Von hoher Bedeutung ist darüber hinaus eine große Vielzahl von katholischen Ordensgemeinschaften, die - teilweise schon mit einer Tradition über mehrere Jahrhunderte - Schulen betreiben und das spezifische Profil Katholischer Schulen bis heute nachhaltig prägen. Hinzu kommen als Träger Gemeindeverbände, Caritasverbände, Elterninitiativen und andere. Die Finanzierung der Katholischen Schulen in freier Trägerschaft erfolgt vor allem aus drei Quellen, die je nach Bundesland in unterschiedlichem Anteilsverhältnis zueinander stehen. Den größten Anteil bilden staatliche Mittel. Dazu kommen Eigenmittel der Träger und Spenden (bzw. je nach Bundesland auch Schulgeld) der Eltern.

Profil

Katholische Schulen sind sehr unterschiedlich, und die Konzepte und Profile der einzelnen Schulen unterscheiden sich erheblich von einander. Dennoch gibt es einige grundlegende Eckpunkte, die für alle Katholischen Schulen wichtig sind und die den Katholischen Schulen allgemein eine spezifische Prägung geben:

  • Grundüberzeugung von der personalen Würde des Kindes und Jugendlichen
    Grundgelegt ist diese Überzeugung in dem Glauben, dass Gott den Menschen als sein Ebenbild geschaffen hat (vgl. Gen 1,27). Katholische Schulen folgen einem ganzheitlichen Bildungsverständnis, das die Entwicklung der einzelnen Persönlichkeit in kognitiver, emotionaler, sozialer und motorischer Hinsicht zum Ziel hat. Wichtig ist dabei auch die religiöse Dimension des Menschseins. So bemühen sich die Katholischen Schulen um eine Förderung der Offenheit ihrer Schülerinnen und Schüler für den religiösen Sinn ihres Lebens. Sie pflegen eine Kultur des Respekts gegenüber Angehörigen anderer Religionen und tragen gleichzeitig im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu bei, dass junge Christinnen und Christen ihren eigenen Glauben besser verstehen und zur Entfaltung bringen können.
  • Durchdringung von Glaube, Kultur und Leben
    Das für eine christliche Lebensorientierung zentrale Verhältnis von Glaube und Wissen, von Glaube und Vernunft ist ein wichtiger Maßstab für Katholische Schulen. So steht zwar die Eigengesetzlichkeit der einzelnen Unterrichtsfächer, ihrer Didaktik und Methodik außer Zweifel. Und doch soll die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Bildungsbereichen von dem Bemühen um eine ganzheitliche Sicht der Wirklichkeit getragen werden. Deshalb gehört zu einem guten Unterricht neben der Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auch die Förderung von wertbezogenen Einstellungen und Haltungen. Auf diese Weise erwerben die Schülerinnen und Schüler Orientierung für ihr Urteilen und Handeln im persönlichen, gesellschaftlichen, politischen und religiösen Bereich. Katholische Schulen verstehen sich als pädagogisch gestaltete Lern- und Lebensräume, in denen Kinder und Jugendliche wertbildende Erfahrungen machen. Die Bedeutung des Glaubens für die Lebensgestaltung soll nicht nur im Unterricht thematisiert und reflektiert, sondern auch im Schulalltag erkennbar werden, etwa in der Art und Weise des Miteinanders in der Schulgemeinschaft oder in der Gestaltung des Schullebens.
  • Schule als Erziehungsgemeinschaft
    Die einzelne Katholische Schule versteht sich als eine Gemeinschaft von Personen, die in je eigener Weise und mit je spezifischer Verantwortlichkeit an dem gemeinsamen Projekt der Erziehung und Bildung zusammenwirken. Zu dieser Gemeinschaft gehören die Eltern, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler, der Schulträger und die nicht unterrichtenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine herausragende Bedeutung und Verantwortung kommt dabei den Eltern als ersten und wichtigsten Erziehern ihrer Kinder zu. Die Lehrerinnen und Lehrer nehmen deshalb ihren Erziehungs- und Bildungsauftrag in enger Abstimmung mit den Eltern wahr.

Qualitätskriterien

Die deutschen Bischöfe haben im Mai 2009 "Qualitätskriterien für Katholische Schulen" als Orientierungsrahmen zur Qualitätsentwicklung und Evaluation herausgegeben. Darin werden die oben genannten Eckpunkte des Profils Katholischer Schulen in den Qualitätsbereichen 'Erziehung', 'Unterricht', 'Schulleitung', 'Lehrerinnen und Lehrer' sowie 'Zusammenarbeit mit den Eltern' entfaltet. Die Broschüre "Qualitätskriterien für Katholische Schulen. Ein Orientierungrahmen" kann auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz bestellt werden. Dort steht sie auch als Datei zum Download bereit.